Navigationshilfe

Hauptnavigation

Seiteninhalt

Profil des Seminars

Das Seminar für Judaistik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main geht auf eine Stiftung der Stadt Frankfurt am Main zurück. Es wurde 1969 als drittes judaistisches Institut an einer deutschen Universität nach der Shoa gegründet und von Prof. Dr. Arnold Goldberg, dem Begründer des Verbandes der Judaisten in der BRD und Mitbegründer der European Association for Jewish Studies, bis zu seinem Tod (1991) geleitet. Nach mehrjähriger Vakanz stand das Seminar für Judaistik von 1994 - 2008 unter der Leitung von Prof. Dr. Margarete Schlüter. Bis zur Wiederbesetzung der Professur ist Prof. Dr. Thomas Paulsen kommissarischer Direktor des Seminars.

Gegenstand des Faches Judaistik ist prinzipiell das Judentum in seinen kulturellen Entwicklungen von den Anfängen bis zur Gegenwart. Erst durch die Kenntnis der jüdischen Kultur(en) in ihren jahrtausendelangen Entwicklungen und Wandlungen, in ihrer Eigenständigkeit, ihrer Verflechtung und Interaktion mit anderen Kulturen kann ihr Beitrag zur Entwicklung der Kultur der Menschheit erkenn- und sichtbar gemacht werden. Aufgrund seiner vielfältigen sprachlichen, geographischen, historischen, religiösen und sozialen Bezüge umfaßt das Fach daher verschiedenste wissenschaftliche Disziplinen (z.B. Geschichte, Literaturwissenschaft, Philosophie, Rechtsgeschichte, Kunst usw.) und Fachgebiete (etwa Bibel und Talmud ebenso wie z.B. Soziologie der Diasporagemeinden).

Nicht nur der Ausstattung eines kleinen Seminars ist es geschuldet, sondern auch um bei dem skizzierten Umfang die Studierbarkeit des Faches zu gewährleisten, ist es erforderlich, daß sich das Studium zunächst auf einige wesentliche Bereiche konzentriert. Gerade in einer Zeit, in der zunehmend Druck auf die Einhaltung der Regelstudienzeit ausgeübt wird und zudem "Gesellschaft und Politik" nicht müde werden hervorzuheben, ein Studium sei keine einmalige zu einer ein Berufsleben währenden Berufsausübung qualifizierende Ausbildung, und stattdessen die Notwendigkeit "lebenslangen Lernens" betonen, muß das Studium die Studierenden insbesondere dazu befähigen, sich eine solide Basis zu erarbeiten, die es ihnen ermöglicht, zukünftig unterschiedliche Richtungen einzuschlagen und weiterzuentwickeln.

Da viele Entwicklungen im Judentum bis in die Gegenwart wesentlich durch das rabbinische Judentum der Antike und des Frühen Mittelalters geprägt wurden oder nur vor diesem Hintergrund verständlich sind, ist die Kenntnis dieser Epochen von grundlegender Bedeutung. Des weiteren widmet sich das Frankfurter Seminar für Judaistik insbesondere der epochenübergreifenden Erforschung und Vermittlung der vielfältigen Ausformungen jüdischen Geschichts- und Selbstverständnisses. Darüber hinaus ist das Lehrangebot so angelegt, daß es die Studierenden mit unterschiedlichen methodischen Zugängen bekanntmacht und sie durch exemplarische Themen aus diversen Teildisziplinen in unterschiedliche Aspekte des Judentums einführt. Neben der für ein Judaistikstudium selbstverständlichen Ausbildung in allen Sprachstufen des Hebräischen erstreckt sich das Sprach-Lehrangebot turnusmäßig auch auf verschiedene aramäische Dialekte sowie Übungen zur Sprache und Kultur des Jiddischen und Jüdisch-Spanischen.

Zwei ständige Lehraufträge für Jiddische Sprache und Kultur (Esther Alexander-Ihme) und Jüdisch-Spanische Sprache und Kultur (Christine Lochow-Drüke M.A.) sowie weitere Lehraufträge für unterschiedliche Themenbereiche (Dr. Ruth Berger, Dr. Rachel Heuberger, Dr. Johannes Wachten) stellen ebenso wie die Beteiligung am SOKRATES-Programm der Europäischen Union immer wieder eine wichtige Bereicherung des Lehrangebots dar.

Über das Lehrangebot des Seminars hinaus haben die Studierenden Gelegenheit, zusätzlich das Lehrangebot im Rahmen der Martin-Buber-Stiftungsgastprofessur für Jüdische Religionsphilosophie wahrzunehmen. Des weiteren bieten mehrere Fächer anderer Fachbereiche sporadisch oder regelmäßig Lehrveranstaltungen zu jüdischen Themen, die geeignet sind, das judaistische Curriculum sinnvoll zu ergänzen. Hierauf wird jeweils zu Semesteranfang gezielt hingewiesen.


 

geändert am 18. November 2011  E-Mail: Webmastersebbagh@em.uni-frankfurt.de

|

| Zur Navigationshilfe
empty

Seitenabschlussleiste


Druckversion: 18. November 2011, 11:14
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb09/judaistik/profil.html